Über uns

Vereinsgeschichte

 

Die Ersten Anfänge

Es war einmal ...
So lautet gemeinhin der Beginn eines jeden Märchens. Und damit passt er eigentlich nicht für ein Werk, in dem die Geschichte eines Sportvereins, genauer: des Sportverein Ewattingen, in Augenschein genommen werden soll. Zum einen ist diese Geschichte ge- und erlebte Realität; zum andern war dies eben nicht irgendwann einmal, sondern die Historie des Vereins kann ganz genau terminiert werden.


Offiziell begann alles am 26. Februar 1950. Damals trafen sich im Gasthaus Burg eine Gruppe junger Burschen und gründeten den Sportverein Ewattingen.
Die Gruppe bewies Mut, denn es wehte ihnen nicht selten ein rauer Gegenwind um die Nase. Blickt man auf diese Anfänge, dann darf man, trotz aller eingangs erwähnten Unterschiede zu einem Märchen, zumindest von einer märchenhaften Entwicklung sprechen. Schlagen wir den Bogen also noch einmal ganz weit zurück. Bereits lange vor dem Zweiten Weltkrieg wurde in Ewattingen Fußball gespielt.


Fußball-Pioniere vor dem Zweiten Weltkrieg
Viel brauchten diese Pioniere nicht dazu, um ihrem Hobby zu frönen. Eine ganz gewöhnliche Wiese, dazu Schuhe und kurze Hosen, die jene jungen Kicker auch sonst den ganzen Tag anhatten. An ein einheitliches Trikot war natürlich ebenfalls nicht zu denken. Im Laufe der Zeit organisierten sich die Sportler in zunehmendem Maße. Als Sportgelände bewährte sich die Freifläche in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Schützenstandes. Dort, auf dem Richtung Überachen liegenden Gelände, wurde viele Jahre lang dem Ball nachgejagt. Es kristallisierte sich zudem ein fester Stamm an Spielern heraus. Die ersten schriftlich erwähnten Fußballer in Ewattingen waren:


Burger Alois, Burger Fritz, Burger Hermann, Burger Johann, Burger Josef, Burger Otto, Gratz Helmut, Grüninger Adolf, Grüninger Alois, Heinemann Alois, Heinemann Franz-Josef, Heizmann Eduard, Huber August, Kromer Artur, Maier Hermann, Meister August, Rothmund Hermann, Rothmund Karl, Straub Franz, Zimmermann Fritz, Zimmermann Otto.


Diese Namen zu nennen bedeutet mehr als reine Chronistenpflicht, denn gerade sie waren es, die als Gönner und Freunde nach dem Schrecken des Krieges die neue Generation fußballbegeisteter Burschen ebenso tatkräftig wie moralisch unterstützten. Kein Wunder, schließlich wussten sie ganz genau, wie schwer es ist, eine bis dahin nur am Rande wahrgenommenen Sportart in einem kleinen Dorf zu etablieren. Während man heute über die Vorwürfe Anno dunnemals milde lächeln kann, so dürfte der Widerstand besonders der Erwachsenen für die Ballartisten in den 30er Jahren alles andere als komisch gewesen sein. Sicher, es gab auch damals einige Fürsprecher, doch sie waren eindeutig in der Minderzahl. Fußball wurde als „Modekrankheit“ bezeichnet, die alsbald wieder auskuriert sein werde. Mütter verglichen das Spiel rund um den Ball mit den „Hauptsünden, die ein Mensch überhaupt begehen kann“. Fußball wurde mit Müßiggang gleichgesetzt und dieser bedeutet bekanntermaßen aller Laster Anfang. Doch „kein Schelten, kein Moralisieren konnte verhindern, dass Fußball gespielt wurde“, heißt es in der Festschrift aus dem Jahre 1960, die anlässlich des zehnjährigen Bestehens des SVE erstellt wurde. Die Genugtuung des Verfasser spürt man in diesen Worten noch heute sehr deutlich.


Erste Anfänge
Der Zweite Weltkrieg bedeutete eine tragische Zäsur. Viele Spieler fielen auf den Schlachtfeldern, gerieten in Kriegsgefangenschaft oder kamen verletzt zurück. Glücklicherweise blieb Ewattingen von den Angriffen der Alliierten weitgehend verschont, wenngleich auch hier drei Zivilisten in den letzten Tagen durch Artillerieangriffe ihr Leben verloren. Der von Deutschland entfachte Krieg kehrte nach Jahren der Eroberungen ins eigene Land zurück, ehe er nach sechs Jahren auch die entlegendsten Winkel erreicht hatte. Mit „Stunde Null“ wird die Zeit unmittelbar nach der Kapitulation Deutschlands am achten Mai 1945 bezeichnet. Für die Menschen allerdings gab es keine „Stunde Null“. Sie kämpften besonders in den ausgebombten Städten ums nackte Überleben. Millionen irrten als Flüchtlinge umher. Gerade für sie galten die ländlichen Gemeinden - und hier besonders jene im Westen Deutschlands - trotz all dem auch hier gegenwärtigen Leid - beinahe schon als Paradies. Viele dieser Entwurzelten suchten in Dörfern eine neue Heimat. So auch in Ewattingen. Hier fanden weit über hundert Menschen zumindest vorübergehend ein neues Domizil. Warum nun dieser historische
Exkurs in der Festschrift eines Sportvereins? Nun, ganz einfach. Gerade die Flüchtlinge aus den Städten, nicht wenige stammten aus dem seit jeher fußballverrückten Ruhrgebiet, erwiesen sich als Aktivposten in Sachen Fußball. Zusammen mit den einheimischen Enthusiasten einigte sie der Wunsch nach Abwechslung und wenigstens partieller Normalität. Natürlich war es nicht immer einfach, die verschiedenen Temperamente und Charaktere unter einen Hut zu bringen, doch man raufte sich zusammen, denn allen war eines gemeinsam wie es in jener Festschrift aus dem Jahre 1960 heißt: Sport sollte in erster Linie Spaß machen und nicht mehr als Wehrertüchtigung missbraucht werden. Bald wurden die sporadischen Treffen durch regelmäßiges Training ersetzt, und etwa 1949 nahmen die Aktivitäten vereinsähnliche Formen an.


Lauscht man den Erinnerungen damaliger Zeitzeugen, so gab es in jener Gründungsphase komische, bisweilen skurrile Szenen zu beobachten. Da mussten beispielsweise Spiele unterbrochen werden, weil ein Traktor über den das Sportgelände kreuzenden Feldweg tuckerte. Beschwerlich und von mancher Überraschung gekennzeichnet war in jener, aus fußballerischer Sicht, prähistorischen Phase nicht nur das Spiel an sich. Schon die Reisen zu den Auswärtsspielen hatten es in sich. Mit Traktor und Anhänger fuhr man zu den benachbarten Kontrahenten. Bei zwölf PS starken Motoren bildete allerdings jeder steilere Anstieg ein kaum zu überwindendes Hindernis. Also hieß es dann: „Alle Mann von Bord und schieben“. Dabei bildete diese Form des Transports die Luxusvariante. Meistens mussten die Fußballer mit dem Fahrrad in Richtung nächstem Einsatzort strampeln. Schwere Beine waren da bereits vor dem Anspiel garantiert. Man sieht, mit welchem Elan und mit welcher Begeisterung die jungen Männer ihrem Hobby nachgingen.


Das erste Spiel
Die erste Partie nach dem Zweiten Weltkrieg bestritt man im Sommer 1949 gegen den SV Reiselfingen. Die Ewattinger Akteure staunten nicht schlecht, als sie ihre Kontrahenten mit echten Kickschuhen und einem einheitlichen Trikot auflaufen sahen. Gegen ein derart professionell ausgestattetes Team hatten die Ewattinger natürlich einen schweren Stand. Mit 13:2 verloren sie das Spiel. Den allerersten Treffer für den SVE erzielte Oskar Rohr; der zweite Torschütze hieß Harry Weiß.
Allerdings stand diese Premiere unter keinem allzu guten Stern. Gerhard Schwandt brach sich ein Bein, was wiederum von etlichen kritischen Geistern als böses Omen gewertet wurde. Die Diskussionen um Sinn und Unsinn des Fußballsports entbrannten von Neuem. Wie schwer es damals gewesen sein musste, einen festen Platz im Vereinsgefüge eines Dorfes zu finden, beweist die Tatsache, dass das Rückspiel gegen die für damalige Verhältnisse hervorragend ausgerüsteten Reiselfinger ausfallen musste. Deren Mannschaft hatte sich bereits wieder aufgelöst.


Noch ein Aspekt darf hierbei nicht unerwähnt bleiben. In Ewattingen unterrichteten zu Beginn der 50er Jahre mit Otto Schuler (Er war von 1950 bis zu seinem Tod im Jahr 1997 Vereinsmitglied), Emil Messerschmidt und Eugen Gremmelspacher drei Lehrer an der Volksschule, die allesamt den neuen Club unterstützen. Sie hinderten ihre Schützlingen mit Verboten nicht daran, auf Straßen oder Wiesen dem Ball nachzujagen. Denn „dass die Schüler für die Fußballsache weit aufgeschlossener waren als für alles, was den Schulranzen füllte, ist nicht verwunderlich“, beschreibt die Festschrift von 1960 jenen Anziehungskraft, die bis heute Fußball weltweit gesehen zur populärsten Sportart werden ließ.

Die 50er Jahre

Das Jahrzehnt des Beginns und der Etablierung
Schließlich war die Zeit reif, reif für eine offizielle Vereinsgründung. Am 26. Februar 1950 trafen sich die Fußball-Interessierten. Bürgermeister Josef Burger sagte dem neuen Verein seine Unterstützung zu, äußerte aber gleichzeitig Bedenken, ob sich der SVE auf Dauer etablieren könne. Die Unterstützung der Gemeinde machte er von „geordneten Verhältnissen“ abhängig. Die Versammlung lieferte ihm ein eindeutiges Signal in diese Richtung. Insgesamt 23 Männer trugen sich in die Mitgliederliste ein. Es waren dies:


Emil Angst (17.12.1928), Otto Ball (18.4.1932), Karl Baumgärtner (13.6.1933), Rolf Beha (20.2.1931), Hans Behrendt (19.8.1935), Josef Behrendt (22.5.1932), Hermann Burger (15.5.1907), Gerhard Burger (25.2.1933), Heinz Färber (20.10.1934), Josef Färber (7.4.1931), Bruno Groß (14.12. 1929), Josef Kech (18.6.1934), Robert Kech (20.11.1931), Erich Rohr (15.7.1933), Oskar Rohr (15.6.1931), Robert Rohr (22.10.1929), Willi Rohr (8.7.1926), Ernst Rothmund (8.3.1932), Franz Schmidt (22.5.1929), Heinz Thiermann (19.8.1929), Wolfgang Vetter (2.4.1935), Harry Weiß (18.12.1924), Hugo Zimmermann (2.9.1919).


Auch ein Führungsgremium konnte gefunden werden. Hermann Burger übernahm den Posten des ersten Vorsitzenden. Trainer und Schriftführer in Personalunion wurde Alfons Stellmach. Sportleiter wurde Gerhard Pramor, Kassierer Robert Kech und die Abteilung Turnen organisierte Otto Schuler. (Alfons Stellmach, Gerhard Pramor und Otto Schuler mussten in einer unmittelbar danach abgehaltenen Sitzung zum Verein gestoßen sein, denn sie wurden zu Vorstandsmitgliedern der ersten Stunde.)
Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 50 Pfennig für Erwachsene und 25 für Jugendliche festgesetzt. Die Versicherung des Vereins kostete damals 1.60 Mark pro Vierteljahr.
Der Verein gegründet, genügend Spieler, die auf einen Einsatz brannten - das einzige was jetzt noch fehlte, war ein richtiger Sportplatz. Die Gemeindeväter taten sich angesichts knapper Kassen und dem bevorstehenden Bau eines neuen Rathauses nicht leicht, sich finanziell bei diesen Newcomern zu engagieren. Nach der grundsätzlichen Zusage standen drei Varianten zur Debatte. Erstens das bisher genutzte Gelände beim alten Schießstand; zweitens die Fronwiese am Rande Ewattingens in Richtung Bonndorf. Und schließlich das Areal „Auf Eck“, ebenfalls an der Dorfperipherie gelegen.
Und genau dafür entschieden sich die Verantwortlichen. Gott sei Dank, denn mit diesem Schritt wurden die Weichen dahingehend gestellt, dass der SVE heute über eine Sportanlage verfügt, die in der ganzen Region keinen Vergleich zu scheuen braucht. Schon 1960 meinte der Chronist voller Stolz: „Die Lage des Platzes bietet landschaftlich so viele reizvolle Ausblicke, dass sie kaum an Schönheit übertroffen werden kann“.

Spotplatzeinweihung am 20. Juli 1950
Am 20. Juli 1950 konnte das Spielfeld eingeweiht werden. Dies wurde natürlich in gebührender Weise mit einem Pokalturnier gefeiert. Neben den Gastgebern beteiligten sich die Mannschaften von Gündelwangen, Göschweiler, Bachheim, Riedböhringen und Bonndorf daran. Letztere gewannen den von der Gemeinde gestifteten Pokal. Mit keiner einzigen Mark auf der Habenseite startete man in das Vereinsleben. Jetzt endlich konnte mit dem Erlös dieser ersten Veranstaltung ein Trikot finanziert werden.
Grund zur Freude gab es also. Doch wo sollte diese Freude in gemütlicher Runde genossen werden? Richtig, in einem Vereinslokal. Dazu wurden der „Hirschen“ auserkoren. Nur wenige Monate danach beschloss die Führungsriege die Eingliederung in den Südbadischen Fußballverband.
Innerhalb von kaum mehr als einem Jahr wurde also jenes Fundament geschaffen, auf dem sich das „SVE-Haus“ bis heute weiterentwickelt. Dem Sportverein gelang dabei eine Integration nach außen und innen. Nach außen fügte er sich nahtlos in die Vereinsgemeinschaft des Dorfes und des Verbandes ein. Nach innen bildete er ein soziales Dach, unter dem sich Mitglieder aus den verschiedensten Herkunftsgebieten kennen- und schätzen lernten. In der Gründungsversammlung wurde Fußball zur Hauptsportart deklariert.
Daneben sollten aber auch anderen Aktivitäten nicht unberücksichtig bleiben. Neben dem Turnen im Sommer nutzten die Sportler den Winter zum ausgiebigen Skifahren. Damals noch mit ausreichend Schnee gesegnet wurden regelrechte Kombinationswettbewerbe veranstaltet. Zunächst stand am Sonntagmorgen ein Langlauf über zehn Kilometer auf dem Programm. Nach kurzer Regeneration folgte das Skispringen. Auf einer selbstgebauten Schanze segelten die Brettelfans fast 20 Meter weit.
Hier zeichnete besonders Paul Blessing verantwortlich. Als erfahrener Skifahrer brachte er vielen Ewattinger Burschen das Einmaleins dieses Sports bei. Der erste schriftlich erwähnte Skitag fand am 24. Februar 1952 statt. Sieger wurde Paul Blessing in 33.40 Minuten vor Karl Färber und Wolfgang Vetter. Bei den Jugendlichen gewann Hubert Keller (38.20 Min.) vor Werner Blessing und Alfons Kuttruff. Bei den Schülern kam Emil Blessing vor Herbert Pfeiffer und Gottfried Vetter ins Ziel. Das erste Abfahrtsrennen folgte schon am 2. März. Die Piste von Sandern in Richtung Bachhalde wurde mit vier Toren ausgestattet. Sepp Langenfeld raste in 33 Sekunden am schnellsten ins Tal, gefolgt von Egon Riester und Wolfgang Vetter. Noch am selben Tag stand das Skispringen auf dem Programm. Wolfgang Vetter flog mit 41 Metern aus drei Versuchen am weitesten. Edwin Färber und Eugen Gremmelspacher belegten die folgenden Plätze. 30 Märker wurden bei dieser Veranstaltung erwirtschaftet.
Der Verein zeigte sich auch abseits des Sports aktiv. So wurde an Fasnet regelmäßig ein „Bunter Abend“ organisiert. Selbstredend gab es auch in Ewattingen nicht nur Friede, Freude, Harmonie. Vorsitzender Hermann Burger sprach 1951 in der ersten Hauptversammlung nach der Gründung von „Geburtswehen“, die jetzt hoffentlich überwunden seien. Nur wenige Monate später musste eine außerordentliche Versammlung einberufen werden. Einige Mitglieder fassten eine eigenständige Sportabteilung ins Auge. Diese Spaltung konnte Burger verhindern, in dem er den Teilnehmern die Unmöglichkeit zweier Sportvereine innerhalb eines derart kleinen Dorfes erläuterte. Zum Glück verfehlte seine Überzeugungsarbeit nicht die gewünschte Wirkung. Wer weiß, wie sich der SVE ansonsten entwickelt hätte.
Es herrschte in der Tat nicht immer eitel Sonnenschein. Gerade in den Anfangsjahren stand der SVE öfters am Abgrund. Differenzen zwischen jungen und älteren Fußballern und eine generell dünne Spielerdecke sorgten immer wieder für Unruhe.
Die Vereinsvorsitzenden hatten in diesen ersten Jahren alle Hände voll zu tun, um die Gemeinschaft zusammenzuhalten. Doch der Idealismus dieser verantwortlichen Personen, namentlich Hermann Burger (1950 - 1952), Oskar Rohr (1953 - 1955), Richard Schuler (1956), Robert Kech (1957 - 1958) und Josef Kech (1959 - 1960) hielt den jungen Verein auf Kurs. Der häufige Wechsel an der Vereinsspitze dürfte auch in der oft schwierigen Situation und dem dadurch existierenden Druck seine Ursache haben.
Und dennoch: Der Gemeinsinn überwog eindeutig. Nur ein Beispiel: Bei der Generalversammlung am achten März 1953 gab es einen Tagesordnungspunkt, der heute wohl nirgends mehr auftaucht. „Schuhverteilung“ lautete Punkt sechs. Damals wurden aus Totomitteln sieben Paar Kickschuhe gekauft und Jugendspielern überreicht, deren Familien sich eine solche Investition nicht leisten konnten. Der Kassenstand betrug in diesem Jahr 187,77 Mark. Auch für damalige Verhältnisse war dies sehr wenig, was wiederum den Schriftführer Hermann Burger zu folgender eindringlicher Notiz veranlasste: „Wenn die Mitglieder die Beiträge regelmäßig bezahlen würden, wäre der Verein lebensfähig. Aber das ist die Voraussetzung“.
Wie knapp die finanziellen Mittel damals bemessen waren, verdeutlicht folgende Episode. In einem Verbandsspiel im Frühling 1954 gegen den SV Göschweiler nahm der SVE 20 Mark ein. Die Hälfte davon kassierte der Schiri; der restliche Zehner wurde brüderlich unter beiden Mannschaften aufgeteilt. So wanderte eine Nettoeinnahme von grandiosen fünf Märkern in die Vereinsschatulle.
In den ersten Jahren mussten zudem tragische Momente verkraftet werden. Am 21. Oktober 1952 starb der Spieler Gerhard Schwandt bei einem Motorradunfall. Dasselbe Schicksal ereilte Fritz Kech am 11. Mai 1953.

Nur spärliche Erfolge zu Beginn
Aller Anfang ist schwer. Diesem Sinnspruch entsprechend verlief die sportliche Entwicklung. Die erste Saison 1950/51 wurde als Vorletzter abgeschlossen, und auch in den kommenden Jahren nistete man sich zumeist in den den hinteren Tabellenregionen ein. Dennoch gab es unvergessliche Momente, die sich bei allen Dabeigewesenen für immer ins Gedächtnis eingegraben haben und die selbst heute für die nachfolgenden Generationen zum allgemeinen Wissensschatz
über den SVE gehören. Einer dieser „Momente für die Ewigkeit“ ereignete sich am 4. Oktober 1953. Ewattingen gewann mit 4:1 gegen den FC Löffingen. War diese Leistung schon enorm, so schuf sich ein Spieler in dieser Begegnung ein Denkmal für die Ewigkeit, denn ihm gelang schier Unglaubliches. Er schoss ein Tor aus dem Handstand heraus (siehe Kapitel „Außergewöhnliches“).
Die Leistungskurve zeigte nur langsam nach oben. Nicht selten notierte der Schriftführer „Spiel war zu langsam und mehr decken“ in das Vereinsbuch. Sicher, die Sportler mussten früher teilweise noch vor einer Partie auf dem elterlichen Hof mit anpacken. Doch das war nur bedingt die Ursache für manch mäßige Leistung, wie der gewissenhafte Schriftführer festhielt. So hieß es nach einem enttäuschenden Abschneiden beim Pokalturnier im Juli 1955, bei dem man gegen Löffingen und Jestetten verlor: „In den Spielen machte sich das Sommerfest in der Burgmühle und die Heuernte bemerkbar. Die meisten Spieler mussten bis kurz vor dem Spiel auf dem Feld arbeiten und waren so schon ziemlich ermüdet. Die anderen waren bis spät in den Morgen unterwegs und hatten den Rausch noch nicht ausgeschlafen“.
Dem gemächlichen Beginn folgte gegen Ende der 50er eine regelrechte Leistungsexplosion. Jetzt kam die schon früh begonnene Jugendarbeit (1954 wurde die Jugendmannschaft Gruppensieger und Schwarzwald-Vizemeister. 1957 folgte ein weiterer Meistertitel, obwohl die Alterspanne von 11 bis 18 Jahren reichte) und die schon früh eingerichtete zweite Mannschaft, die allerdings nur sporadisch Spiel austrug, zum Tragen.

Freud und Leid so nah beisammen
Die Mannschaft spielte um die Meisterschaft mit. 1958 dann der erste große Erfolg: In Dillendorf gewann der SVE zum ersten Mal ein Pokalturnier. Eine außergewöhnliche Leistung der Mannschaft, denn solche Turniere besaßen höchsten Stellenwert und waren dementsprechend stark besetzt. In diesem Jahr starb unerwartet Hermann Burger mit 51 Jahren an einem Herzinfarkt. Burger war der erste Vereinschef des Sportvereins. Zudem hütete er oft das Tor der ersten Mannschaft. Bis zu seinem Tod engagierte er sich in der Führungsriege des Vereins. „In ihm verlor der Sportverein Ewattingen seinen größten Freund und Helfer“, würdigte der Verfasser des Jahresbuches seine Verdienste.
Ein Jahr zuvor wurde der Rasenplatz planiert. Zu dieser Zeit startete der SVE auch sein Wanderpokalturnier an Pfingsten, das über viele Jahre zur festen Einrichtung werden sollte.

Der erste Meistertitel und Aufstieg in die Kreisliga B
Das Jahr 1959 steht für den bis dahin größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Durch einen 2:0 Sieg beim SV St. Blasien wurden die erste Mannschaft Staffelsieger. Ein rauschendes Fest folgte. Der Musikverein und viele Einwohner Ewattingens begrüßten die Helden am Dorfeingang. Gemeinsam marschierten sie in den „Hirschen“. Die Sause dauerte lange, sehr lange. Augenzeugen zufolge war am nächsten Tag keiner der siegreichen Spieler bei der Feld- oder Stallarbeit zu sehen.
Um den Aufstieg spielten die Blau-Weißen gegen den FC Neustadt 1b. Im ersten Aufeinandertreffen zu Hause lagen sie 2:0 in Führung. Dann verletzte sich Huber Keller und da damals Spielerwechsel noch nicht erlaubt waren, bedeutete dies eine entscheidende Schwächung. Das Spiel wurde mit 3:4 verloren. Das Rückspiel endete mit einem torlosen Remis. Da Neustadt jedoch auf den Aufstieg verzichtete, rückte der SVE erstmals in seiner noch jungen Vita in die Kreisliga B.
Der SV Ewattingen hatte sich endgültig als Spitzenmannschaft in der heimischen Region etabliert. Ein weiterer Beleg dieser neu gewonnenen Stärke: Der zweite Sieg bei einem Turnier. In Riedböhringen setzte man sich im selben Jahr gegen zehn Mannschaften durch. Auch in der neuen Liga mischte der SVE in der Spitzengruppe mit. Die Saison 1959/60 wurde mit einem ausgezeichneten 4. Rang abgeschlossen.

Fest zum 10 Jährigen
Nach diesen Leistungen konnte man sich guten Gewissens dem feiern zuwenden. Drei Tage im Juni feierte der SVE sein 10-jähriges Bestehen in einem schmucken Festzelt. Das Turnier der aktiven gewann die Mannschaft aus Sigmaringen die Neustadt im Endspiel mit 3:0 bezwang. Ein weiterer Höhepunkt war das AH-Spiel Ewattingen gegen Bonndorf. Viele Spieler aus Gründerzeiten von 1950 schnürten noch einmal die Kickschuhe. Und die Akteure von einst zeigten noch einmal was sie konnten.

Vorstandschaft

kurzer Abriss über unsere Vorstandschaft
Stefan Kech1. Vorsitzender
Rainer RothmundJugendleiter
Reinhard Schmitt2. Vorsitzender
Maria VetterKassiererin
Frank GrieshaberSchriftführer