Die 60er Jahre

Das Jahrzehnt der Konsolidierung
Im Laufe des ersten Jahrzehnts legten die Mitglieder des SVE den Grundstein für ein langfristige Existenz des Vereins. Auf dieser Arbeit basierend gelang es in der nachfolgenden Dekade, das SVE-Schiff weiterhin auf erfolgreichem Kurs zu halten.
Die erste Hälfte dieses Jahrzehnts kann als Phase der Konsolidierung und der Kontinuität bezeichnet werden. Die lässt sich wohl am besten mit einer Personalia bei der Generalversammlung am 17. März 1961 verdeutlichen.


Rudolf Bader und der SVE - eine unendliche Geschichte
Während der gesamte Vorstand einmütig bestätigt wurde, wählte die Versammlung Rudolf Bader zum neuen Protokollführer. Eine Entscheidung, wie sie wohl nicht richtiger hätte getroffen werden können. Der Bader-Rudi war wie geschaffen für dieses Amt. Mit einem phänomenalen Gedächtnis ausgestattet, dazu mit einer Liebe zum Detail, der nichts, aber auch gar nichts entgeht, verfügte er über ideale Voraussetzungen. Was hat dies nun mit Kontinuität zu tun? Nun, der Protokollführer des Jahres 2000 heißt immer noch Rudolf Bader. Seit annähernd 40 Jahren fungiert er als lückenloses Archiv des Sportvereins. In acht penibelst geführten Büchern haben er und seine Vorgänger die Geschichte des Vereins notiert. Der statistische Teil dieser Festschrift basiert zu weiten Teilen auf seinen Manuskripten. Wir hoffen, nein, wir sind sicher, dass Rudolf Bader noch viele Jahre bei den Generalversammlungen in unnachahmlicher Manier seine Berichte vortragen wird. Auf sportlichem Sektor durfte man sich zumindest bis Mitte der 60er Jahre an recht erfolgreiche Spielrunden gewöhnen. Die erste Mannschaft etablierte sich im vorderen Mittelfeld der Tabelle. Nach einem erneuten vierten Platz in der Saison 1962/63 konnte nur zwei Jahre später allerdings der Abstieg aus der B-Klasse als Neunter gerade noch verhindert werden.


Freiwilliger Abstieg und Ende der "Zweiten"
Das Jahr 1966 bedeutete dann eine Zäsur in der Geschichte des Vereins. Beim Bezirkstag in Vöhrenbach verzichteten die Blau-Weißen auf den ihnen zustehenden Platz in der B-Klasse. Die zweite Mannschaft wurde nach wenigen Jahren aufgrund einer allzu dünnen Spielerdecke vom Spielbetrieb zurück-gezogen. Bisher konnte - langfristig beobachtet und nur durch einzelne sporadische Einbrüche - eine dauerhafte Aufwärtsentwicklung auf der Habenseite verbucht werden. Jetzt gab es die ersten Anzeichen einer Krise zu beobachten. Die Stimmung innerhalb des Vereins war teilweise gereizt. Beispielsweise sorgte ein Kameradschaftsabend 1967 für Wirbel. Im Gegensatz zur jahrelangen Tradition wurde er auf den engsten Aktivenkreis beschränkt. Dem entsprechend schlecht war die nur wenige Wochen danach stattfindende Hauptversammlung besucht. Nur 25 Mitglieder trugen sich in die Anwesenheitsliste ein. Ein Ereignis, das sich auch in den Vereinsbüchern seinen Niederschlag fand. "Die Versammlung zeigte erneut, dass der Verein vor schweren Zeiten steht", lautete die Einschätzung, die sich bewahrheiten sollte.
Eines der Hauptprobleme lag in rückläufigen Spielerzahlen. Die sollte sich immer stärker in leistungsspezifischer Sicht bemerkbar machen. Dennoch gelang den Kickern noch einmal ein Kraftakt. In Aulfingen gewannen sie das Pokalturnier. Überhaupt erwiesen sich die Spieler des SVE als ausgesprochene Turnierexperten, denn auch in Dillendorf (1968) und beim eigenen traditionellen Turnier standen sie auf dem Siegespodest. Wenngleich bei den Vertretern der C-Klasse. Die B-Klasse wurde fast schon erwartungsgemäß von Sigmaringen dominiert.
In den Rundenspielen lief dagegen nicht allzu viel zusammen. Trotz des freiwilligen Rückstufung in die C-Klasse konnte in der Saison 1966/67 nur der vorletzte Tabellenplatz erreicht werden. Negativer Höhepunkt: Eine 0:10 Heimniederlage gegen den SV Göschweiler. Diese Tief wurde glücklicherweise bald überwunden. Unter Trainer Wolfram Spieß belegte man 1969/70 den vierten Rang.

Jugendmannschaften feierten Erfolge
Ein Lichtblick am Ewattinger Fußballhimmel war damals die Jugendmannschaft. Sie stand 1968 punktgleich mit dem TuS Bonndorf an der Spitze. Das Entscheidungsspiel in Weizen gewannen sie mit einem klaren 2:0. Im Kampf um die Meisterschaft des Bezirks Schwarzwald reichte es dann allerdings nicht ganz. Dem 1:1 gegen Hornberg folgten zwei knappe Niederlagen gegen Kirchdorf und Fischbach. Nur ein Jahr später konnte der SVE bereits drei Jugendmannschaften ,melden. Neben der A- und C-Jugend nahm im Spieljahr 1969/70 erstmals eine D-Jugend an den Rundenspielen teil.
Ein Mann muss an dieser Stelle erwähnt werden: Hans Klaffki. Man könnte ihn auch Hans Klaffki der Dreizehnte nennen, denn diese Zahl hatte es ihm offensichtlich angetan. 13 Jahre leitete er die Jugendarbeit. 13 Jahre war er Chef der Vereinsfinanzen und ebenso 13 Jahre war er als Schriftführer tätig. Die meiste Zeit davon trug er diese Bürde als "Dreierpack" (siehe Statistik). Ohne sein außergewöhnliches Engagement wäre ein kontinuierlicher Ausbau der Nachwuchsabteilung undenkbar gewesen. Bis zu seinem Tod 1972 im Alter von nur 42 Jahren war er für den SVE aktiv.
In den 60er Jahren wurden die Infrastruktur des Vereins peu á peu verbessert. Ein Meilenstein folgte 1967 mit der Errichtung einer Flutlichtanlage. Ein Projekt, das untrennbar mit dem Namen "Vetter" verbunden bleibt. Gottfried Vetter als erster Vorsitzender sowie Wolfgang Vetter als großzügiger Mäzen und Chefplaner standen sozusagen Pate. Dazu kam natürlich noch die Hilfe vieler fleißiger Hände, die alle gemeinsam mit anpackten. Und noch eines: Bei der Hauptversammlung am 13. Dezember 1969 wurden Alfons Kuttruff für schier unglaubliche 700 und Ewald Hettich für ebenfalls beeindruckende 550 Spiele im Trikot des SVE geehrt.

20 Jahre Sportverein Ewattingen
Welches Resümee zieht man nach 20 Jahren Sportverein Ewattingen? Sportlich gesehen könnte man dieses Jahrzehnt für den Aktivenbereich mit einem "Na ja, durchwachsen" zusammenfassen. Während hier ein deutlicher Spielerrückgang verzeichnet werden musste, konnte die Jugendabteilung weiter ausgebaut werden. Die Weitsicht der Verantwortlichen sollte sich in absehbarer Zeit auszahlen, Es folgten aber noch schwere Jahre.
Zuvor wurde aber noch gefeiert. Vom 25. bis 27. Juli 1970 zelebrierte der SVE sein 20-jähriges Bestehen. Dieses Fest konnte unter der Rubrik "Voller Erfolg" verbucht werden. Dies lag unter anderem daran, dass in wochenlanger Plackerei der Schuttabladeplatz an der Stirnseite des ebenfalls sanierten Fußballfeldes, in einen Parkplatz verwandelt wurde. Außerdem verbesserte die Gemeinde die Zufahrt in Richtung Sportgelände.